Interview mit Radek Baborák

Herr Baborák, Sie haben sich vor kurzem entschlossen mit Herrn Dietmar Dürk zusammen zu arbeiten, entstanden ist das Mod. D3 Signature Serie Radek Baborák. Wie kam es dazu?
Für mich war das Glück, dass Dietmar Dürk mich gefragt hat. Daher bin ich sehr froh, meinen Namen in dieses Projekt einfließen zu lassen. Es ist für mich ein tolles Erlebnis und eine neue Erfahrung. Hornisten sollen in Zukunft auch von meiner Erfahrung profitieren können.


Die Partnerschaft war also besiegelt. Sie haben Sich dann für das Modell D3 entschieden. Wie kam es zu der Entscheidung?
Früher habe ich nie Hörner ausprobiert, meine Lehrer und ich haben gemeinsam das beste Horn ausgesucht. Daher habe ich mir keine großen Gedanken  gemacht. Jahrelang spielte ich ein 103er Horn und dann vor ca. einem Jahr habe ich das D3 probiert. Das besondere daran war, dass ich mich schnell identifiziert habe. Man muss nicht monatelang die Töne und Intonation suchen und man muss keine Angst haben, dass das im Konzert so funktioniert. Es liegt auch sofort in der Hand. Ich habe oft im Leben alles auf den Kopf gestellt, aus Orchestermusiker bin ich plötzlich Solist und Dirigent geworden und jetzt sitze ich hier und mache die Konfiguration für das D3 Model. Obwohl alle Teile für sich gut sind, sind sie auf verschiedenen Instrumenten anders. Erst durch die Konfigurationsmöglichkeiten erhält man ein phantastisches Horn!


Was ist das für ein Gefühl, ein Horn zu spielen, das den eigenen Namen trägt?
Für mich ist nicht wichtig, dass mein Name darauf steht, das Ergebnis ist wichtig. Ich bin wirklich zufrieden und spiele sehr gerne darauf. Aber es ist eine große Verantwortung. Ich konfiguriere und spiele das Horn, sodass es für mich gut ist und ich hoffe, dass ich den zukünftigen Käufern und Hornisten helfen kann, Ihren Klang zu finden. Jedenfalls nehme ich mir dafür sehr viel Zeit.

 

Werden sie das D3 Signature Serie Radek Baborák in Zukunft auf Ihren Konzerten spielen?
Das kann ich kurz und knapp beantworten: Ja, das D3 wird auch deshalb mein zukünftiges Instrument sein.

 

Jetzt spielen Sie seit kurzem das D3 Signature Serie Radek Baborák. Wie kommen Sie damit zurecht?
Gut – einfach gut. Das D3 Signature Serie ist ein Horn für alle Zwecke. Ich kann damit wunderbar Naturhornklang imitieren. Wenn ich das F-Horn spiele wird keiner merken, dass ich nicht ein französisches Jagdhorn spiele, weil es auch genauso schmetternd wie brutal und aggressiv klingen kann. Aber ich kann auch genauso Wiener Hornklang imitieren. Ich kann einen breiten deutschen Brahms, Brucknerklang und auch moderne Sachen mit verschiedenen Klangeffekten spielen. Man kann Barockmusik damit spielen - ja - das ist das Horn, das man braucht.

 

Das bedeutet, dass das Horn vielseitig einsetzbar ist. Können
Sie das auch vom Klang sagen?

Für mich ist der Klang eine Mischung aus traditionellem deutschem Hornklang  und modernen Klangvorstellungen. Die Aufgabe des Instrumentes ist es, deine  Vorstellung des Klanges zu verstärken und das ist sehr gut möglich auf diesem Instrument. Der Klang entsteht in deinem Kopf und das Instrument bringt es erst zum Ausdruck. Ich spiele auch lieber unlackierte Instrumente, weil ich - und das ist sicher nur psychisch - dann näher am Instrument bin, einfach einen  besseren Kontakt zum Material habe und fühle. Viele sagen, egal was ich  spiele, es klingt gut, aber das stimmt nicht. Natürlich habe ich meine eigenen Klangvorstellungen, aber manchmal geht es leichter und dann wieder nicht.  Einige Instrumente sind eher ein Feind, man hat Intonationsprobleme, einen schlechten Klang oder sie sind einfach nur zu schwer oder haben keine gute  Ergonomie. Das D3 dagegen ist wie ein Partner! Das ist der Grund, warum ich mich für dieses Horn entschieden habe. Darauf kann ich mich verlassen!

 

Da sie ja jetzt selbst Hand anlegen beim Konfigurieren und Testen, was unterscheidet das Horn von anderen seiner Klasse?
Mir ist jetzt besonders aufgefallen, dass beim Konfigurieren schon eine sehr große Gleichheit der Instrumente zu bemerken war. Natürlich muss man alle Instrumente etwas einspielen und nach 2-3 Wochen wird das Instrument so  sein, wie man es sich vorgestellt hat. Kein Horn ist perfekt! Man muss die Intonation, die Skala mit der Hand, dem Mund und mit Hilfsgriffen korrigieren. Aber bei dem D3 ist erstaunlicherweise die Intonation und alles sehr einfach. Man muss nicht viel korrigieren. Ich kümmere mich um die Musik und nicht um das technische Element. Als Abschlusssatz kann ich sagen: Mit dem D3 gibt es eine Ausrede weniger...

 

DürkHorns bedankt sich außerordentlich bei
Radek Baborák für die erfolgversprechende Zusammenarbeit.